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Obwohl das organisierte Fußballspielen in unseren Regionen bereits
unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg seine Anfänge hatte, wurde in unserem
kleinen Ort Überroth-Niederhofen der heutige Fußballverein erst relativ
spät im Jahre 1956 aus der Taufe gehoben. Natürlich gab es
auch in Überroth schon vorher sportliche Aktivitäten. So ist aus dem
Gemeindearchiv ersichtlich, dass bereits am 15.Juli 1928 ein
Sportverein "Germania" Überroth-Niederhofen
gegründet wurde, der später in "DJK Überroth-Niederhofen " umgetauft
wurde. Man hatte sich damals jedoch nur dem Turnen verschrieben.
Kurzfristig wurde auch noch Handball
auf einem Sportplatz oberhalb der Steinkaul in den "Akazien" gespielt. Mit Ausbruch des
2. Weltkrieges war dann aber auch schon das Ende dieses Vereins gekommen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde dann auch in den Bohnentalgemeinden Überroth, Scheuern,
Neipel und Lindscheid der Fußballbetrieb in einem gemeinsamen Sportverein "Bohnental"
aufgenommen. Gegründet wurde dieser Verein am 02. August 1947 im Gasthaus Barth in
Scheuern.
Im Jahr 1956, als der SV Bohnental seine Spiele auf der "Sawwelkaul" zwischen Neipel und
Lindscheid austrug, wurde die erste Mannschaft überwiegend aus Spielern aus Überroth-
Niederhofen gebildet. Verständlich der Wunsch, einen eigenen Verein zu gründen und im
eigenen Ort zu spielen. Die Geburtsstunde unseres Vereins war am 15. Juli 1956, als im
Nebenzimmer des Gasthauses Thies in Überroth eine Versammlung stattfand. Diese hatte
das Ziel, einen Sportverein in Überroth zu gründen. Zum 1. Vorsitzenden wählten die
Gründungsmitglieder den damaligen Schulleiter Karl Wilhelm. In einer
weiteren Versammlung am 23.September 1956 wurde die erste
Vereinssatzung verabschiedet,
die von folgenden Mitgliedern unterschrieben wurde: Karl Wilhelm, Johann Thies, Alfred
Thomas, Willi Jakobs, Rudi Wendels, Willi Brust und Peter Finkler. Die Startbedingungen
waren für den jungen Verein äußerst ungünstig. Notgedrungen musste man
in den beiden ersten Jahren die "Sawwelkaul" mit dem SV Bohnental
teilen. Außerdem fehlten die Barmittel zur Anschaffung notwendiger
Sportartikel wie z.B. Trikots, Bälle......
Am Gründungstag wurde in einer spontanen Spendenaktion der Anwesenden
ein Geldbetrag gesammelt, von dem der erste Ball gekauft werden konnte.
Zum ersten Spiel waren leider auch die Trikots nicht eingetroffen,
sodass man gegen Limbach 2 ( 5:0 Sieg) in Unterhemden antreten musste.
Im zweiten Spiel konnte sich dann unsere Mannschaft dem eigenen Anhang
voller Stolz mit dem neuen Trikot (gelb mit schwarzem Brustring)
präsentieren. Unsere Mannschaft musste zunächst "außer Konkurrenz"
spielen und wurde dann in der Spielsaison
1957/58 erstmals zum Pfllichtspielbetrieb zugelassen. Von nun an ging man in der untersten
Klasse in der Gruppe "Theeltal" (Kreis Mittelsaar) auf Punktejagd. Im
Jahr 1958 ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, denn man konnte
endlich auf einem eigenen "Sportplatz" in Überroth seine Heimspiele
austragen. In der "Großwies", wo auch heute noch gepielt wird, hatten
die Spieler in Zusammenarbeit mit dem Vorstand in mühevoller Arbeit
einige Wiesen in einen Sportplatz umfunktioniert. Dies gab dem jungen
Verein mächtigen Auftrieb, das Interesse am Fußball nahm zu, so dass
erstmals eine 2. Mannschaft gemeldet werden konnte.
Erfreulich auch die Zunahme des Mitgliederbestandes: während im
Gründungsjahr 60 Mitglieder gezählt wurden, konnte diese Zahl knapp
zwei Jahre später auf rund 100 gesteigert werden. Ein Meilenstein in
der Vereinsgeschichte wurde 1960 gesetzt. Die damals selbständige
Gemeinde Überroth-Niederhofen baute dem Sportverein einen neuen
Hartplatz, der den normalen Spielbedingungen entsprach. Im gleichen
Jahre fruchteten auch die Bemühungen im Nachwuchsbereich, denn es
konnte erstmals eine Schülermannschaft
zum Jugendspielbetrieb gemeldet werden. Im folgenden Jahr kam eine Knabenmannschaft
hinzu, die auf Anhieb die Meisterschaft errang und in den Spielen um
die Kreismeisterschaft erst an Borussia Neunkirchen scheiterte. Im
Aktivenbereich kam es in dieser Zeit auch zu einer Neuaufteilung der
Spielklassen (A/B und C-Klasse). Die fünf Erstplatzierten in unserer
Klasse wurden der neuen B-Klasse zugeteilt. Bis zum viertletzten
Spieltag hatte man noch einen Platz an der Sonne relativ sicher. Doch
in den letzten 3 Spielen gab es 2 Niederlagen und nur noch ein
Unentschieden. Mit 2 Punkten Rückstand auf Dörsdorf landete man dann
letztendlich auf dem undankbaren 6. Tabellenplatz und versäumte den
ersten Aufstieg denkbar knapp. Man spielte fortan mit wechselndem
Erfolg in der neugegründeten C-Klasse Gruppe Theel.
Natürlich kam auch das " Gesellschaftliche" in dieser Zeit nicht zu
kurz. So fanden in den 60-iger Jahren Familienabende und Vereinsfahrten
statt. Bevorzugte Ziele der Vereinsfahrten waren Rhein, Mosel und Ahr.
Zur Aufbesserung der Vereinskasse organisierte man alljährlich
Faschingsveranstaltungen ("Blau-Weisse Nacht") und Sportfeste in Form
von Pokalturnieren.
Am 1.April 1968 wurde in Überroth eine Sparte Frauenturnen gegründet,
die sich zunächst unserem Sportverein anschloß, sich ein paar Jahre
später dann aber auf eigene Füße stellte.
Natürlich wollten auch damals schon die etwas "älteren Herren" dem
runden Leder nachjagen. Es kamen aber nur vereinzelt Spiele mit
befreundeten Vereinen (z.B. Wadrill) zustande. Richtig organisiert
wurde erst ab 1970 gespielt, als von Engelbert Hermann im Vereinslokal
Magar die Abteilung " Alte Herren" gegründet wurde. Bis zu 25
Freundschaftsspiele wurden fortan jährlich von den AH-Spielern
ausgetragen. Hier sollte nicht unbedingt der Erfolg im Vordergrund
stehen, sondern vielmehr die sportliche Betätigung und die Förderung
der Kameradschaft.
Am 31.1. 1973 wurde auf Initiative unseres Sportkameraden Edwin Reis
eine Sparte Judo gegründet, die sich unserem Sportverein anschloß.
Zahlreiche Erfolge - zeitweise kämpfte man sogar in der 2. Bundesliga-
und das legendäre jährliche "Schaumberg Pokalturnier" haben unseren
Sportverein, den Ort Überroth und die Gemeinde Tholey weit über die
Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Vereinsrechtliche Zwänge machten
es aber dann erforderlich, dass sich auch diese Sparte ab 1999 auf
eigene Füße stellte. Erfreulich ist, dass beide Vereine weiterhin ein
freundschaftliches Miteinander pflegen und sich gegenseitig bei
Vereinsveranstaltungen vorbildlich unterstützen. (Weitere Infos unter
www.jc-ueberroth.de)
Anfang der 70-iger Jahre musste man auch beim SV Überroth erkennen,
dass die Sportfeste in Form von Pokalturnieren längst ihren Reiz bei
Vereinen und Zuschauern verloren hatte. Man organisierte 1975 erstmals
ein Fußballturnier " Unser Dorf spielt Fußball", an dem sich Clubs,
Vereins- und Straßenmannschaften beteiligen konnten. Nachdem dieses
Turnier gute Resonanz gefunden hatte, erweiterte man 1978 dieses
Fußballturnier um 4 weitere Disziplinen ( Torwandschießen, Ballwerfen,
Steinstoßen,Tauziehen). Als im Jahr 1978 unser Sportplatz erneuert
wurde, startete man im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten am 25. Mai
den " 1. modernen Bohnentalfünfkampf" , der sich in den folgenden
Jahren dann zu einer legendären Kultveranstaltung entwickeln sollte.
Im Aktivenbereich hatte man zwischenzeitlich leider eine weitere
Aufstiegschance verpasst. Unter Trainer Uli Birringer verloren wir im
Mai 1976 ein Entscheidungsspiel in Dirmingen gegen die Mannschaft aus
Welschbach mit 1:3. Die Enttäuschung über diese Niederlage war deshalb
besonders groß, weil wir die Welschbacher in der abgelaufenen Saison
zweimal besiegt hatten.
Geburtenschwache Jahrgänge machten es unserem kleinen Verein immer
schwieriger, eigene komplette Jugendmannschaften auf die Beine zu
stellen. Aus diesem Grund wurde 1977 mit den Nachbarvereinen Scheuern
und Altland eine Jugendspielgemeinschaft gebildet. Später kam auch noch
der SV Limbach hinzu. Über Jahre hinweg heimsten die Spieler der
Jugendspielgemeinschaft Meisterschaften und Erfolge ein. Nachdem
Limbach und Altland die Spielgemeinschaft verlassen haben, besteht
diese heute nur noch aus den Vereinen Überroth und Scheuern.
Die bis dato größte Leistung vollbrachte der Sportverein jedoch in den Jahren 1979 und 1980.
Voller Stolz konnte man 31. Mai 1980 ein schmuckes Clubheim einweihen,
das in tausenden von Arbeitsstunden in Eigenleistung erstellt wurde. Im
gleichen Jahr wurde auch eine neue komplette Trainingsbeleuchtung
installiert.
Als man am 12. September 1981 im neuen Dorfgemeinschaftshaus in
Überroth das 25-jährige Vereinsjubiläum feierte hieß es abschließend in
der Festzeitschrift : " Der Sportverein Überroth-Niederhofen kann im
Jubiläumsjahr mit dem Erreichten zufrieden sein und voller Optimismus
in die Zukunft blicken". Verantwortlich für die Vereinsführung und die
sportlichen Geschicke waren im Jubiläumsjahr: Siegfried Zöhler (1.
Vorsitzender)
Rainer Bommer (2. Vorsitzender)
Hans Gerd Schug (Geschäftsführer)
Dieter Dietzen (Schatzmeister)
Helmut Scherer (Abteilungsleiter Fußball)
Josef Brachmann (Abteilungsleiter Judo)
Bruno Wendels (Abteilungsleiter Jugend)
Erwin Groß (Abteilungsleiter Alte Herren)
Dieter Hubertus (Beisitzer)
Horst Scheid (Beisitzer)
Unsere Schiedsrichter waren:
Fred Thomas
Edgar Scholl
Bruno Wendels
Herbert Schug
Guido Weinert
Auch
im sportlichen Bereich war jetzt ein steter Aufwärtstrend zu erkennen.
Unter Trainer Hans Georg (Schorsch) Will erreichte die 1.Mannschaft
1980 und 1981 jeweils die Vizemeisterschaft. Ein Jahr später konnte man
unter Trainer Hans Jäckel endlich den ersten Aufstieg in der
Vereinsgeschichte feiern. Obwohl man wieder einmal ganz knapp hinter
Hasborn II die Meisterschaft verpasste, berechtigte in diesem Jahr der
2.Tabellenplatz zum Aufstieg in die Kreisliga A Ill-Theel. Sportlich
gesehen waren die 80-iger Jahre von einem ständigen Auf und Ab in
dieser spielstarken Klasse geprägt. Einige Male konnte der
Klassenerhalt nur unter größten Kraftanstrengungen geschafft werden.
Unter Trainer Guido Heinrich gelang dann in der Saison 92/93 der bis
dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Als man am vorletzten
Spieltag in Bubach mit 2:0 gewann war nach 37 Jahren die erste
Meisterschaft in der Vereinsgeschichte und der damit verbundene
Aufstieg in die Bezirksliga Nord perfekt. Nachdem man das "Neuland
Bezirksliga" mit viel Skepsis anging, hat man sich zwischenzeitlich in
dieser Liga gut etabliert. Mit dem Aufstieg in die neue Liga wurde auch
unsere Stadionzeitung aus der Taufe gehoben. Bei jedem Heimspiel
erschien zunächst ein Kleinformat mit Tabellen, Ergebnissen und
Statistiken, das von unserem Torjäger Jörg Kirsch mit viel Liebe
handschriftlich und in kleiner Zahl in Form von Kopien aufbereitet
wurde. Unter Mithilfe von Walter Kirsch konnte dann am 20. Spieltag
erstmals eine Stadionzeitschrift in Druckform erscheinen. Dank vieler
Inserenten und Gönner erscheint auch heute noch unser "Sportecho"
regelmäßig zu den Heimspielen der aktiven Mannschaften. Erfreuliches
gibt es im Jahre 1999 nach langer Durststrecke auch wieder aus dem
Schiedsrichterlager zu berichten. Nachdem man jahrelang überhaupt
keinen Schiedsrichter mehr abstellen konnte, stellten sich mit Stefan
Scheid, Jörg Niehren und Adrian Zöhler gleich drei Sportkameraden für
dieses Amt zur Verfügung. Erfreulich deshalb, weil man nun endlich
wieder das vom Fußballverband geforderte "Schiedsrichtersoll" erfüllen
konnte.
Als in einer Vorstandssitzung am 02. Februar 2000 erstmals der Bau
einer Rasensportanlage zur Diskussion stand wurde ein weiterer,
vielleicht sogar der größte Meilenstein in der Vereinsgeschichte
gesetzt. Voller Stolz konnte man nach über 2-jähriger Planungs- und
Bauphase am 27.Juli 2002 die neue Sportanlage einweihen. Unter der
Bauleitung von Guido Heinrich hatte der Verein mit einer riesigen
finanziellen und manuellen Eigenleistung einen Rasensportplatz, ein
Kleinspielfeld mit Flutlichtanlage und einen Abenteuerspielplatz
gebaut.
Mit Fertigstellung der Anlage wurde sicherlich ein wesentlicher
Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft des SV Überroth-Niederhofen
gelegt.
Heute, im November 2003, kann man feststellen, dass sich der
Sportverein Überroth-Niederhofen seit der Vereinsgründung
kontinuierlich weiterentwickelt hat und auch finanziell auf gesunden
Füßen steht. Bleibt zu hoffen, dass der Verein an seinem runden
Geburtstag im Jahr 2006 und weit darüber hinaus noch ähnlich gute
Rahmenbedingungen vorweisen kann.
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